Die 91 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Graz und Köflach sowie Lieboch und Wies-Eibiswald soll bis zum Jahr 2033 vollständig elektrifiziert und modernisiert werden. Mehr als die Hälfte der dafür benötigten Strommasten ist bereits errichtet. Mit der planmäßigen Fertigstellung des ersten Abschnitts „Graz – Wettmannstätten – Wies/Eibiswald“ wurde ein zentraler Meilenstein des Projekts erreicht. Die Arbeiten wurden zeitgerecht vor der Inbetriebnahme der Koralmbahn abgeschlossen. Über den weiteren Projektverlauf informierten die ÖBB kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der betroffenen Gemeinden im Rahmen eines Informationstages.
Fokus auf den Abschnitt Lieboch – Köflach
Während die Elektrifizierungsarbeiten zwischen Lieboch, Wettmannstätten und Wies weitgehend abgeschlossen sind, richtet sich der aktuelle Schwerpunkt auf den Abschnitt Lieboch – Köflach. In diesem Bereich ist unter anderem eine Aufweitung des Kremser Tunnels notwendig, um die Elektrifizierung zu ermöglichen.
Zusätzlich werden mehrere Bahnhöfe modernisiert, darunter Köflach, Bärnbach, Voitsberg, Krems, Krottendorf-Ligist, Köppling, Söding-Mooskirchen und Lieboch-Schadendorf. Geplant sind außerdem der Neubau der Södingbach-, Gradnerbach- und Kainachbrücke sowie Maßnahmen zur Sicherung oder Auflassung bestehender Eisenbahnkreuzungen. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist derzeit für Ende 2028 vorgesehen.
Planungen zwischen Graz und Lieboch
Für den Abschnitt Graz – Lieboch befinden sich die Maßnahmen noch in der Planungsphase. Festgelegt ist jedoch bereits, dass im Grazer Stadtgebiet mehrere Unterführungen, neue Nahverkehrsknoten sowie ein zusätzliches Ausweichgleis in der Nähe der Haltestelle Graz Wetzelsdorf errichtet werden sollen.
Als erstes Bauprojekt ist die Unterführung samt Nahverkehrsknoten in der Peter-Rosegger-Straße vorgesehen. Künftig sollen Stadtbusse direkt unter der Bahnhaltestelle halten, um den Umstieg zwischen S-Bahn und innerstädtischem Verkehr zu erleichtern. Ähnliche Maßnahmen sind auch in der Wetzelsdorferstraße, der Kärntnerstraße und der Gradnerstraße geplant. Die Arbeiten in diesem Abschnitt sollen bis 2033 abgeschlossen sein.
Verbesserungen für den Bahnverkehr
Insgesamt umfasst das Projekt die Modernisierung von 91 Kilometern Bahnstrecke und 16 Bahnhöfen. Zusätzlich werden Park-&-Ride-Anlagen ausgebaut, ein Tunnel erneuert sowie mehrere Eisenbahnkreuzungen aufgelassen oder technisch gesichert. Ziel sind kürzere Fahrzeiten, dichtere Taktungen, bessere Anbindungen an den Grazer Hauptbahnhof und die Koralmbahn sowie eine Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Die Elektrifizierung ermöglicht zudem einen umweltfreundlicheren und effizienteren Bahnbetrieb. Elektrische Züge verursachen weniger Emissionen, sind leiser, beschleunigen schneller und gelten als wirtschaftlicher im Betrieb. Die Steirische Westbahn soll dadurch langfristig an Bedeutung im regionalen Nahverkehr und im integrierten Taktfahrplan gewinnen.








