European Sleeper plant Netzausbau und startet neue Finanzierungsrunde

Jan. 13, 2026 | Personenverkehr

Der Nachtzugbetreiber European Sleeper stellt weitere Aktien im Wert von einer Million Euro zur Verfügung, um seine Expansionspläne für das Jahr 2026 zu finanzieren. Die neue Sharefunding-Runde folgt auf eine bereits abgeschlossene Finanzierungsrunde über 3,0 Millionen Euro Ende 2025. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen unter anderem eine neue Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Paris sowie ein früherer Start der Verbindung von Amsterdam und Brüssel über Köln in die Schweiz und nach Mailand ermöglicht werden.

European Sleeper ist seit 2023 im internationalen Nachtzugverkehr tätig und betreibt derzeit Verbindungen zwischen Brüssel, Amsterdam, Berlin, Dresden und Prag. Nach Unternehmensangaben nutzten bislang mehr als 250.000 Fahrgäste das Angebot. Die Ticketerlöse stiegen von 3,5 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 10,5 Millionen Euro im Jahr 2025, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 73 Prozent entspricht.

Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen eine deutliche Ausweitung des Angebots. Statt einer Strecke sollen künftig drei Linien betrieben werden. Der Umsatz soll sich im Vergleich zu 2025 voraussichtlich verdreifachen. Die erste Strecke soll 2026 die operative Gewinnschwelle erreichen, während für das Gesamtunternehmen ab 2028 mit positiven Ergebnissen gerechnet wird. Durch zusätzliche Verbindungen sollen neue Einnahmequellen erschlossen und Fixkosten auf ein größeres Streckennetz verteilt werden.

Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist die Beteiligung von Privatanlegerinnen und Privatanlegern. European Sleeper ist als Genossenschaft organisiert, was im Eisenbahnsektor bislang selten ist. An der Finanzierung beteiligen sich nach Unternehmensangaben rund 6.000 Unterstützerinnen und Unterstützer aus ganz Europa. Eine Beteiligung ist ab 160 Euro möglich.

Die neue Sharefunding-Runde startet am 13. Januar 2026 und ist in zwei Tranchen zu je 500.000 Euro aufgeteilt. Ein Schwerpunkt der Finanzierung liegt auf der Beschleunigung der geplanten Nachtzugverbindung nach Mailand. Diese war ursprünglich für Oktober 2026 vorgesehen, soll nun jedoch bereits im Sommer 2026 starten. Geplant sind drei Fahrten pro Woche und Richtung, mit Zwischenhalten in Köln sowie mehreren Orten in der Schweiz. Zudem sind durchgehende Wagen von und nach Amsterdam vorgesehen.

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