Westbahn bringt SMILE-Züge auf die Südstrecke und stärkt Wettbewerb im Fernverkehr

März 2, 2026 | Personenverkehr

Seit gestern ist die private Bahngesellschaft Westbahn erstmals auf der österreichischen Südstrecke unterwegs. Mit dem Fahrplanwechsel zum 1. März verbindet das Unternehmen nun Wien mit Graz, Klagenfurt und Villach und erweitert damit sein bisheriges Angebot, das sich vor allem auf die Weststrecke konzentrierte.

Drei tägliche Verbindungen zum Start

Zum Auftakt werden drei tägliche Verbindungen pro Richtung angeboten, mit Halt unter anderem in Wien Meidling, Wiener Neustadt, Bruck an der Mur, Graz, Klagenfurt und Villach. Zusätzlich wird Payerbach-Reichenau bedient. In den kommenden Wochen ist eine schrittweise Ausweitung geplant: Ab 26. März soll das Angebot an Wochenenden, rund um Feiertage sowie in Ferienzeiten auf bis zu fünf tägliche Verbindungen pro Richtung steigen. Ab 29. Mai sind fünf tägliche Verbindungen von Montag bis Sonntag zwischen Wien und Villach vorgesehen; dann ist ein Halt in Semmering statt Payerbach-Reichenau geplant.

Die Fahrzeit zwischen Wien und Villach gibt das Unternehmen mit rund 3 Stunden und 30 Minuten bei sieben Zwischenhalten an. Für die Verbindung Klagenfurt–Wiener Neustadt werden 2 Stunden und 38 Minuten genannt. Kühnsdorf-Klopeiner See soll ohne Umstieg in weniger als drei Stunden mit Wien verbunden sein.

Neue Züge auf der Strecke

Zum Einsatz kommen drei neue Hochgeschwindigkeitszüge des Typs SMILE des Schweizer Herstellers Stadler Rail. Die einstöckigen Garnituren erreichen laut Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h und verfügen über 422 Sitzplätze, WLAN, Steckdosen an jedem Platz sowie barrierefreie Einstiege.

Das Unternehmen setzt zudem auf bekannte Serviceelemente wie kostenlose Sitzplatzreservierung bei Onlinebuchung („Westfixplatz“) bis drei Stunden vor Abfahrt sowie den sogenannten „Relax Check-in“. Fahrgäste mit Klimaticket Ö können die Sitzplatzreservierung ohne Aufpreis nutzen; die Comfort Class steht ihnen laut Westbahn ebenfalls kostenlos offen.

Präsentationsfahrten vor dem Start

Bereits am 28. Februar fand eine Präsentationsfahrt entlang der neuen Strecke statt. Zwischen Villach und Kühnsdorf-Klopeiner See wurden Kennenlernfahrten angeboten. Außerdem konnten Interessierte die neuen Züge in Wiener Neustadt und Graz besichtigen.

Wettbewerb im Fernverkehr

Mit dem Einstieg auf der Südstrecke verstärkt sich der Wettbewerb im österreichischen Fernverkehr. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Bundesländer begrüßten den neuen Anbieter auf der Strecke und verwiesen auf zusätzliche Angebote für Pendlerinnen und Pendler, den Tourismus sowie die wirtschaftliche Entwicklung entlang der Achse Wien–Graz–Klagenfurt–Villach.

Die Westbahn selbst sieht den Wettbewerb als Qualitätsmotor und betont den Anspruch, ein modernes und komfortables Reiseangebot bereitzustellen. Ob und wie sich das erweiterte Angebot auf Fahrgastzahlen und Marktanteile auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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