Stadler verkauft modernisierte Thurbo-Züge an Ungarische Staatsbahnen

Jan. 13, 2026 | Bahnindustrie

Der Schweizer Zughersteller Stadler modernisiert 93 Gelenktriebwagen des Typs GTW aus dem Bestand der Regionalbahn Thurbo und verkauft sie an die Ungarischen Staatsbahnen MÁV. Die Züge sollen zwischen 2027 und 2034 schrittweise nach Ungarn überführt und dort im Regionalverkehr eingesetzt werden.

Die MÁV stehen in den kommenden Jahren vor einem steigenden Bedarf an Rollmaterial. Neben der Beschaffung neuer Fahrzeuge prüfen sie auch den Einsatz gebrauchter Züge. Nach einer technischen Analyse identifizierte Stadler die GTW-Flotte von Thurbo als geeignet für eine Umrüstung und erneute Zulassung in Ungarn. Inzwischen haben Stadler, Thurbo und MÁV die entsprechenden Kauf- und Modernisierungsverträge unterzeichnet.

Durch den Einsatz der modernisierten Fahrzeuge sollen in Ungarn rund 14.000 zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden. Laut Stadler können diese deutlich schneller bereitgestellt werden als durch eine Neubeschaffung. Die Züge ersetzen ältere Fahrzeuge der MÁV und sollen nach der Modernisierung einen höheren Reisekomfort bieten.

Im Rahmen der Arbeiten werden die Fahrzeuge unter anderem mit neuen Fahrgastinformationssystemen, Videoüberwachung, Schiebetritten und einem Bordcomputer für das Lokpersonal ausgestattet. Zudem erhalten sie ein kombiniertes Zugsicherungssystem aus Mirel und ETCS Level BL4. Das Antriebssystem wird auf die in Ungarn übliche Fahrleitungsspannung von 25 Kilovolt umgerüstet. Auch das Erscheinungsbild wird angepasst: Die Züge erhalten eine neue Lackierung in den Farben der MÁV sowie neue Sitzbezüge.

Die Modernisierung eines Zuges dauert rund zwölf Wochen. Die Prototypen entstehen in der Schweiz, für die anschliessende Serienumrüstung baut Stadler eine Serviceanlage in Ungarn auf.

Die GTW-Flotte von Thurbo umfasst insgesamt 110 Fahrzeuge. Thurbo hatte 2021 beschlossen, die Züge schrittweise durch 107 neue Regionalzüge des Typs FLIRT Evo zu ersetzen. Mit der Auslieferung der neuen Fahrzeuge wird der GTW-Bestand bis spätestens 2034 ausgemustert.

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