Alstom hat gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) einen ersten Test des ferngesteuerten Zugbetriebs in einem Depotumfeld durchgeführt. Auf einem Werksgleis in München wurde eine S-Bahn vom „Remote Operation Center“ aus ferngesteuert – ein bundesweit erstmaliger kundenseitiger Test dieser Art.
Die Technologie ermöglicht es, Züge aus der Ferne zu bewegen, wodurch der Führerstand praktisch in die Leitstelle verlagert wird. Ziel ist es, die Abläufe im Depot effizienter zu gestalten und das Rangierpersonal zu entlasten. Laut DB-Konzernvorstand Harmen van Zijderveld konnte das Testsystem in nur vier Monaten aufgebaut werden, einschließlich des lokalen 5G-Netzes, des Bedienplatzes und der technischen Anpassungen im Zug.
Die Lösung basiert auf einem Fern-Arbeitsplatz, der über eine generische Schnittstelle an unterschiedliche Fahrzeugtypen angebunden werden kann. Für den Testbetrieb in München kam ein 5G-Campusnetz der DB zum Einsatz. Kameras und zusätzliche Sensoren am Zug liefern dabei die notwendige Übersicht für die Bedienenden. Die Technologie ist sowohl auf bestehende S-Bahn-Flotten als auch auf zukünftige Neubaufahrzeuge übertragbar und erlaubt so eine Digitalisierung der Depotabläufe ohne umfangreiche Änderungen an der Fahrzeugflotte.
Alstom nutzt für die Anbindung an das Remote Operation Center eine flexible Architektur, die bestehende Zugsteuerungssysteme (TCMS) mit einer standardisierten Schnittstelle für den Fernbetrieb verbindet. Dies ermöglicht, dass ältere Fahrzeuge modernisiert und für den digitalen Betrieb aufbereitet werden können. Die getestete Lösung kann auf verschiedene Alstom-Baureihen angewendet werden, darunter BR423, BR430, BR442, BR490 und BR1440.
Die Demonstration in München gilt als wichtiger Schritt hin zu möglichen Prototypen für den regelmäßigen Einsatz ferngesteuerter Rangierfahrten. Ziel ist es, die Effizienz in Depots zu steigern und die Digitalisierung von Betriebsabläufen weiter voranzutreiben.








