Fahrplanwechsel Schweiz: Halbstundentakt auf der Gotthard-Achse

Mai 8, 2023 | Personenverkehr

Im Dezember 2023 führt die SBB halbstündige Verbindungen durch den Gotthard-Basistunnel und mehr Direktzüge aus der Westschweiz nach Graubünden ein. Hinzu kommen weitere punktuelle Verbesserungen. Die Bautätigkeit im In- und Ausland bleibt 2024 hoch, was sich auf einige Verbindungen auswirkt.

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Der neue Fahrplan – gültig ab dem 10. Dezember 2023 – bringt sowohl zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin als auch in diesen beiden Regionen verschiedene Neuerungen. In der Westschweiz wird der aktuelle Fahrplan praktisch vollumfassend beibehalten. Dort sind für das Jahr 2025 umfassende Fahrplananpassungen vorgesehen, welche die Pünktlichkeit in der Romandie nachhaltig verbessern sollen.

Die wichtigsten Neuerungen im Fernverkehr:

• Auf der Gotthard-Achse wird der Halbstundentakt eingeführt. Damit erhalten die vielen Freizeitreisenden aus der Deutschschweiz und die Pendler:innen aus dem Tessin zusätzliche Verbindungen auf der Nord-Süd-Achse. Die Züge sind täglich von 6.00 bis 20.00 Uhr Richtung Süden, respektive von 7.00 bis 22.00 Uhr Richtung Norden im Halbstundentakt durch den Gotthard-Basistunnel unterwegs.

• Zwei IC61-Verbindungen zwischen Basel und Interlaken verkehren neu aufgrund der höheren Nachfrage als IC6 zwischen Basel und Brig. Dadurch gelangen Reisende von Brig früher als bisher direkt nach Bern und Basel. In der Gegenrichtung verkehrt der letzte IC6 von Basel via Bern nach Brig neu eine Stunde später als bisher. In der Nacht von Sonntag auf Montag bleiben die bisherigen Verbindungen von/nach Interlaken aufgrund des Unterhalts im Lötschberg-Basistunnel bestehen.

• Die Nachfrage im Freizeitverkehr steigt, vor allem auf den touristischen Hauptachsen in die Ferienregionen. Die auf den Fahrplan 2023 eingeführten Direktzüge Genf–Zürich–Chur kommen bei den Reisenden gut an. Per Dezember 2023 werden deshalb am Wochenende zwei zusätzliche Direktverbindungen Genf–Zürich–Chur eingeführt.

• Auf ausgewählten Linien kommen komfortablere Züge mit mehr Sitzplätzen zum Einsatz. So verkehren etwa Doppelstockzüge auf dem RegioExpress zwischen Olten und Luzern. Damit trägt die SBB der steigenden Nachfrage Rechnung.

Weiterhin viele Bauarbeiten für den Unterhalt und den Ausbau des Bahnnetzes

Die SBB unterhält ein sehr dicht befahrenes Bahnnetz. Was so intensiv genutzt wird, muss unterhalten werden, damit die Züge auch künftig sicher und pünktlich ankommen. Die zahlreichen Baustellen im In- und Ausland führen dazu, dass sich teilweise die Reisezeiten verlängern oder Reisende häufiger umsteigen müssen. Die SBB legt den Fokus im nächsten Jahr darauf, das gute Pünktlichkeitsniveau des letzten Jahres trotz des weiter wachsenden Bauvolumens zu halten.

Im Mai 2023 beginnen Bauarbeiten am Bahnhof Wipkingen und am Wipkinger Viadukt.. Um effizient zu bauen und die Auswirkungen auf Anwohnende und Reisende zu minimieren, wird die Strecke Zürich HB–Zürich Wipkingen von Dezember 2023 bis Dezember 2024 gesperrt. Dadurch fällt die S24 zwischen Zürich HB und Zürich Wipkingen aus. Reisenden wird empfohlen, Tram- und Busverbindungen zu benützen. Die übrigen Verbindungen werden umgeleitet. Einige Zuglinien verkehren deshalb während dieser Zeit in Zürich HB nicht mehr durchgehend, unter anderem entfallen die Direktverbindungen von Luzern und Zug an den Flughafen Zürich. Transitreisende müssen in Zürich HB umsteigen.

Die detaillierten Fahrplan- und Ersatzkonzepte zu weiteren Bauarbeiten werden rechtzeitig vor dem Start der Bauarbeiten kommuniziert.

Bauarbeiten wirken sich auf die Verbindungen nach Europa aus

Umfangreiche Bautätigkeiten im umliegenden Ausland und in der Schweiz haben 2024 große Auswirkungen auf den internationalen Personenverkehr. Die SBB ist bestrebt, trotz der vielen Bauarbeiten in Kooperation mit ihren Partnerbahnen das aktuelle attraktive Angebot beizubehalten. Sämtliche Destinationen sind weiterhin mit dem Tages- und Nachtzug erreichbar, auch wenn das Angebot teilweise vorübergehend reduziert oder mehr umgestiegen werden muss. Zwischenzeitlich können sich auch die Fahrzeiten aufgrund von Umleitungen verlängern. Bei den Nachtzügen kommt es zudem zu früheren Abfahrtszeiten und geänderten Linienführungen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die genauen Fahrpläne und Ersatzkonzepte werden rechtzeitig vor Start der Bauarbeiten im Onlinefahrplan und in den Buchungssystemen hinterlegt.

Italien:
In Italien wird in den kommenden Jahren zwischen Domodossola und Milano der Vier-Meter-Korridor ausgebaut, was dem alpenquerenden Güterverkehr zugutekommt. Dies führt jedoch dazu, dass auf der Simplon-Achse das Angebot über mehrere Jahre reduziert werden muss. So kann ganzjährig, jeweils von Montag bis Freitag, ein Zug weniger pro Richtung zwischen Basel‒Bern‒Milano und Genf‒Brig‒Milano verkehren. Es verkehren werktags weiterhin sechs Züge pro Richtung und Tag, am Wochenende bleibt das Angebot unverändert bei acht Zügen.

Die trinationale Zugverbindung Frankfurt‒Milano verkehrt neu in beiden Richtungen über die Gotthard-Achse und vorübergehend via Zürich. Neu ist auch das eingesetzte Rollmaterial auf dieser Verbindung: Statt ETR610-Züge von Trenitalia sind Giruno-Züge der SBB im Einsatz.

Vom 9. Juni bis 8. September 2024 ist die Strecke zwischen Arona und Stresa ganz für den Zugverkehr gesperrt. Dadurch fallen alle EC-Züge zwischen Domodossola und Milano aus. Es verkehren Ersatzbusse, jedoch mit längerer Fahrzeit und geringerer Kapazität.

Deutschland/Österreich:
Zahlreiche Baustellen auf dem deutschen und österreichischen Netz führen dazu, dass Tagesverbindungen und Nachtzüge nicht ganzjährig gemäß gleichbleibendem Fahrplan fahren können.

Frankreich:
Aufgrund von Bauarbeiten im Norden von Dijon werden von August bis Dezember 2024 jeweils von Montag bis Freitag weniger TGV von Zürich und Lausanne nach Paris und zurück verkehren.

Neuer Fahrplan soll ab 2025 die Pünktlichkeit in der Westschweiz erhöhen

Während es auf den nächsten Fahrplanwechsel in der Westschweiz praktisch keine Veränderungen gibt, haben sich die SBB und die Westschweizer Verkehrskonferenz (CTSO) auf einen neuen Fahrplan für die Romandie ab 2025 geeinigt.

Der neue Fahrplan, der am 15. Dezember 2024 in Kraft tritt, sieht größere Reserven bei den Fahrzeiten vor (so verlängert sich beispielsweise die Fahrt von Bern nach Lausanne um 3 Minuten) und bringt neue Angebote für die Kund:innen mit sich. Dazu gehören eine Verbindung Palézieux–Vevey, der Halt der Mehrheit der Fernverkehrszüge in Renens sowie die Verlängerung der RegioExpress-Züge bis Martigny. Eine Änderung gibt es auch beim IC5 (Jurasüdfuss-Linie). Dieser verkehrt künftig immer von / nach Lausanne und hält auch in Renens, wo Reisende von / nach Genf umsteigen können. Von Zürich aus besteht weiterhin stündlich eine Direktverbindung nach Genf mit dem IC1.

Der neue Fahrplan soll eine bessere Pünktlichkeit gewährleisten und gleichzeitig dazu beitragen, die Auswirkungen der zahlreichen Baustellen zu minimieren, die in den nächsten Jahren in der Romandie geplant sind.

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