Gotthard-Basistunnel: vollständige Wiederinbetriebnahme am 2. September 2024

Jun 27, 2024 | Infrastruktur

Die Sanierungsarbeiten in der Weströhre des Gotthard-Basistunnels schreiten zügig voran und liegen im Zeitplan. Nach der Entgleisung eines Güterzugs im August 2023 sind die Arbeiten zur Wiederinstandsetzung der Infrastruktur nun auf die finalen Phasen zugerückt. Gemäß der aktuellen Planung plant die Schweizerische Bundesbahnen (SBB), den Betrieb am längsten Eisenbahntunnel der Welt am 2. September 2024 vollständig wieder aufzunehmen.

Verbesserter Fahrplan und Halbstundentakt

Mit der Wiedereröffnung wird der Gotthard-Basistunnel wieder eine Schlüsselrolle im Schweizer Bahnverkehr einnehmen. Reisende können dann erstmals seit der Entgleisung in weniger als zwei Stunden von Zürich nach Lugano gelangen. Neu wird auch ein vollständiger Halbstundentakt im Fernverkehr zwischen der Deutschschweiz und dem Tessin angeboten.

Test- und Probebetrieb vor der Wiedereröffnung

Vor der endgültigen Freigabe führt die SBB einen Test- und Probebetrieb durch, um die Funktionen und Sicherheitssysteme des Tunnels zu überprüfen. Dies beinhaltet Testfahrten mit leeren Zügen sowie planmäßige Zugfahrten von Süden nach Norden durch die Weströhre.

Sicherheitsmaßnahmen und Infrastrukturverbesserungen

Um zukünftige Zwischenfälle zu minimieren, plant die SBB die Installation zusätzlicher Entgleisungsdetektoren und die verstärkte Nutzung moderner Überwachungstechnologien. Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Bereich der Portal-Spurwechsel vor dem Tunnel wird vorerst auf 160 km/h reduziert, um die Sicherheit zu erhöhen.

Langfristige Instandhaltung und Kapazitätsmanagement

Der Gotthard-Basistunnel erfordert kontinuierliche Wartungsarbeiten, die unabhängig von aktuellen Ereignissen durchgeführt werden. Die SBB plant regelmäßige Instandhaltungsfenster, während derer der Betrieb über alternative Strecken umgeleitet wird, um die Effizienz und Sicherheit des Betriebs zu gewährleisten.

Versicherungsdeckung und Auswirkungen

Die geschätzten Sachschäden aus dem Unfall belaufen sich auf etwa 150 Millionen Franken, wovon die Mehrheit durch Versicherungen abgedeckt ist. Die SBB steht weiterhin in engem Austausch mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und anderen relevanten Behörden, um die Sicherheit und Effizienz des Betriebs zu gewährleisten.

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