Gotthardachse nach Ausbau: Bahnverkehr boomt und wirtschaftliche Entwicklung beschleunigt

Jan 16, 2024 | Infrastruktur

Der neueste Bericht des Projekts „Monitoring Gotthard-Achse“ (MGA) des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) zeigt, wie die neue Bahninfrastruktur auf der Gotthardachse die Verkehrs- und Raumentwicklung in den Jahren nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels (GBT) im Jahr 2016 maßgeblich beeinflusst hat.

Starke Auslastung und steigende Nachfrage an den Bahnhöfen

Mit der Eröffnung des GBT im Jahr 2016 und des Ceneri-Basistunnels fünf Jahre später hat sich die Verkehrslandschaft entlang der Gotthardachse grundlegend verändert. Die Bahnhöfe entlang der Achse verzeichneten eine verstärkte Auslastung, und die Nachfrage nach Bahnreisen stieg erheblich an.

Zunahme der Bahnreisenden vor der Pandemie

In der Zeit vor der Pandemie (2016 bis 2019) verzeichnete die Bahn einen beeindruckenden Anstieg von 28 Prozent bei den Reisenden. Im Gegensatz dazu ging die Zahl der Straßenreisenden (Tunnel und Passstraße) um 2 Prozent zurück.

Post-Pandemie-Boom im Gotthard-Reiseverkehr

Nach der Pandemie im Jahr 2022 erlebte der Gotthard-Reiseverkehr auf der Schiene einen deutlichen Anstieg um 48 Prozent, was 4000 zusätzlichen Reisenden pro Tag entspricht. Auf der Straße stieg die Zahl der Reisenden um 8 Prozent, wobei der Anstieg hauptsächlich auf den touristischen Verkehr zurückzuführen ist.

Verlagerung vom Straßen- zum Schienengüterverkehr

Eine klare Verlagerung vom Straßen- zum Schienengüterverkehr ist im Güterverkehr zu erkennen. Sowohl im Transitverkehr als auch im regionalen Schienengüterverkehr zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz ist ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. Das Volumen der in Tessiner Terminals umgeschlagenen Container hat sich seit 2016 um beeindruckende 38 Prozent gesteigert.

Wirtschaftliche und räumliche Entwicklung beschleunigt

Die neue Bahninfrastruktur hat nicht nur den Verkehr beeinflusst, sondern auch die wirtschaftliche und räumliche Entwicklung entlang der Gotthardachse beschleunigt. Insbesondere die städtischen Zentren im Kanton Tessin wurden gestärkt, wobei die Agglomeration Bellinzona besonders von der verbesserten Erreichbarkeit durch den Ceneri-Basistunnel profitierte. Im Kanton Uri hat der neue Kantonsbahnhof Altdorf das Siedlungswachstum in der Reussebene strukturiert und die Pendlerströme Richtung Norden in die Zentren der Deutschschweiz erhöht.

Fazit und Ausblick: Monitoring Gotthard-Achse

Seit 2015 analysieren verschiedene Bundesämter und Kantone die Auswirkungen des Bahnausbaus entlang der Gotthardachse im Rahmen des Projekts „Monitoring Gotthard-Achse“. Die Ergebnisse der Phasen A und B (2016 bis 2022) wurden durch die COVID-19-Pandemie beeinflusst. Die Schließung des Gotthard-Basistunnels im August 2023 wird voraussichtlich in der geplanten Phase C des Monitorings ab 2025 untersucht.

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