Alstom und Hamburger Hochbahn schließen Rahmenvertrag für neue U-Bahn-Züge und Signaltechnik

Jul 10, 2024 | Bahnindustrie, Infrastruktur, ÖPNV

Alstom hat einen Rahmenvertrag mit der Hamburger Hochbahn AG im Wert von bis zu 2,8 Milliarden Euro unterzeichnet. Der Vertrag umfasst die Lieferung von bis zu 374 neuen U-Bahn-Zügen für den voll- und teilautomatisierten Betrieb. Alstom wird außerdem die 25 km lange und vollautomatisierte neue U-Bahn-Linie U5 mit dem innovativen, zugzentrierten CBTC-System Urbalis ausstatten. Der erste Abruf unter diesem Rahmenvertrag umfasst 48 U-Bahn-Züge und die CBTC-Ausrüstung für den ersten Abschnitt der U5-Linie, einschließlich fünf der 23 neuen U-Bahn-Stationen. Dieser Abruf hat ein Volumen von rund 670 Millionen Euro.

Grüne Mobilität im 90-Sekunden-Takt

Der Rahmenvertrag beinhaltet 254 teilautomatisierte und 120 vollautomatisierte (GoA4) U-Bahn-Züge, alle bestehend aus vier Wagen. Die Züge zeichnen sich durch hohe Kapazität, Fahrgastsicherheit und Komfort aus, dank modernem Innendesign, digitaler Fahrgastführung und USB-Ladeanschlüssen. Die vollautomatisierten Züge sollen auf der derzeit im Bau befindlichen Linie U5 eingesetzt werden, während die teilautomatisierten Züge schrittweise die aktuellen DT4-Fahrzeuge ersetzen und teilweise automatisiert auf dem bestehenden Netz verkehren werden.

Innovative Steuerungs- und Sicherheitstechnologie

Müslüm Yakisan, Präsident der DACH-Region bei Alstom, bezeichnet den Vertrag als Meilenstein:

„Mit den neuen U-Bahn-Zügen und der Ausrüstung der vollautomatisierten U5-Linie mit innovativer Steuerungs- und Sicherheitstechnologie erfüllt Hamburg die wachsende Nachfrage nach Mobilität und sendet ein internationales Signal für digitale und grüne Mobilität.“

Die U5-Linie wird vollständig mit der modernen Urbalis-Signallösung für fahrerlosen Betrieb ausgestattet, was Pünktlichkeit, Frequenz und Energieeffizienz erhöhen wird. Nach Fertigstellung aller 23 Stationen wird die U5 im 90-Sekunden-Takt verkehren und täglich etwa 270.000 Fahrgäste sicher und schnell befördern.

Produktion und Projektplanung

Die Produktion der neuen DT6-U-Bahn-Generation wird am Alstom-Standort in Salzgitter, Deutschland, stattfinden und soll 2026 beginnen. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge ist für Anfang 2028 geplant, der Start des Passagierbetriebs auf dem ersten Abschnitt der neuen U5-Linie für 2029. Das Alstom-Werk in Berlin, Deutschland, wird die Projektausführung des digitalen Schienensegments, einschließlich der Signaltechnik, leiten.

Hamburg modernisiert seine U-Bahn-Flotte

Robert Henrich, CEO der Hamburger Hochbahn AG, erklärt:

„Mit den neuen Fahrzeugen modernisieren wir unsere Flotte und schaffen die Voraussetzungen für den vollautomatischen Betrieb auf der U5. Die neuen DT6 bieten den Kunden ein völlig neues Erlebnis – von der Innenraumgestaltung über die Transparenz und Helligkeit bis hin zu modernen Informationssystemen, die den Fahrgästen optimale Orientierung bieten.“

Zukunftssichere Mobilität für Hamburg

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, betont die Bedeutung des Vertrages:

„Mit großen Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes und intelligente, effiziente Verkehrssysteme sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Die neuen Züge von Alstom bringen mehr Komfort, Platz, Service und Sicherheit in den öffentlichen Nahverkehr Hamburgs und schaffen ein modernes, attraktives Mobilitätsangebot.“

Bis 2050 wird die Anzahl der U-Bahn-Züge in Hamburg durch diesen Vertrag um rund 50 Prozent erhöht. Zudem ermöglicht die Integration modernster Signaltechnik auf der U5 eine effizientere Kommunikation zwischen den Zügen, was zu pünktlicheren und schnelleren Verbindungen führt.

Diesen Artikel auf Social Media teilen:

Ähnliche Artikel

Lilian Meyer: „Die Produkte von Alstom sind vor allem durch Innovation getrieben!“

Lilian Meyer: „Die Produkte von Alstom sind vor allem durch Innovation getrieben!“

Lilian Meyer ist seit acht Monaten Geschäftsführerin von Alstom Österreich und zieht im Gespräch mit Eisenbahn.Blog eine äußerst positive Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit.
Im Interview spricht Meyer unter anderem über die zentralen Herausforderungen und Chancen der österreichischen Bahnindustrie, den erfolgreichen Aufbau eines diversen Teams und Investitionen in die Zukunft.