Siemens Mobility hat die Modernisierung der U-Bahn Linie 14 bis zum Flughafen Paris-Orly abgeschlossen

Jun 24, 2024 | Bahnindustrie, ÖPNV

Siemens Mobility und die Pariser Verkehrsbetriebe RATP haben die U-Bahn-Linie 14 in Paris erfolgreich modernisiert und erweitert. Dies ist das weltweit erste Mal, dass eine bestehende vollautomatisierte fahrerlose U-Bahn-Linie auf das neueste vollautomatisierte GoA4-System „Trainguard MT CBTC“ umgestellt wurde. Die Umrüstung fand über sechs Jahre hinweg im laufenden Betrieb statt. Das neue CBTC-System ermöglicht einen effizienteren und zuverlässigeren Betrieb auf der gesamten Linie, die sich durch den Ausbau nach Norden und Süden auf eine Gesamtlänge von 28 Kilometern verdoppelt hat.

Technische Innovation und erhöhte Kapazität

Trotz der Verdoppelung der Streckenlänge bleibt die Zugfolgezeit auf der Linie 14 bei beeindruckenden 85 Sekunden. Die modernisierte Linie 14 ist jetzt die längste im Pariser U-Bahn-Netz und wird zukünftig über eine Million Fahrgäste pro Tag befördern. Reisende können so in nur 20 Minuten vom Flughafen Orly ins Stadtzentrum und in 40 Minuten vom nördlichen Geschäftsviertel Saint-Denis Pleyel zum Flughafen Orly gelangen.

Michael Peter, CEO von Siemens Mobility, betonte den Erfolg des Projekts:

„Dank des Engagements und der Expertise unserer Teams ist uns eine echte Weltpremiere gelungen. Wir haben eine bestehende fahrerlose Strecke auf ein hochmodernes CBTC-GoA4-System umgestellt und die vollautomatisierte Technologie auf die neuen Streckenabschnitte ausgeweitet. Die Linie 14 ist so in der Lage, ab 2025 in einem Takt von 85 Sekunden bis zu eine Million Fahrgäste am Tag zu befördern.“

Peter würdigte zudem die rechtzeitige Fertigstellung des Projekts vor einem weltweiten Sportereignis in Paris und dankte den Partnern bei der RATP für deren Vertrauen und Unterstützung.

Historie und Erweiterung der Linie 14

Bereits 1998 baute Siemens Mobility gemeinsam mit der RATP die erste fahrerlose, leistungsstarke automatisierte Metrolinie von Paris. 2018 erhielt Siemens Mobility den Auftrag, die Automatisierungstechnik der Strecke zu erneuern und das 26 Jahre alte „METEOR“-System durch das hochmoderne Trainguard MT CBTC GoA4-System zu ersetzen. Dies beinhaltete auch den Bau einer neuen Betriebsleitstelle und die Nachrüstung von 72 neuen Zügen. Die Automatisierung der Strecke wurde um 14 Kilometer nach Norden bis Saint-Denis-Pleyel und nach Süden bis zum Flughafen Orly erweitert.

Zukunftsperspektiven und technologische Vorteile

Das GoA4 CBTC-System von Siemens Mobility wird auch für zukünftige Linien des Grand Paris Express verwendet, dem neuen 200 Kilometer langen automatischen U-Bahn-Netzwerk, das derzeit in der Region Île-de-France im Bau ist. Siemens Mobility hat den Auftrag erhalten, die Linien 15, 16 und 17 zu automatisieren. Das CBTC-System Trainguard MT ermöglicht es Betreibern, ihre Netzkapazität zu maximieren, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken. Die funkbasierte Technologie bestimmt präzise die Position jedes Zuges auf der Strecke und steuert die Geschwindigkeit, was die Fahrgastsicherheit erhöht und zu weniger Verspätungen sowie aktuelleren Reiseinformationen führt.

Globale Reichweite und Einsatz von Trainguard MT CBTC

Trainguard MT CBTC ist Teil des CBTC-Portfolios von Siemens Mobility und wird weltweit auf fünf Kontinenten, in 25 Ländern und 49 Städten, bei 56 Kunden, auf 96 U-Bahn-Linien, 3.000 Kilometern Strecke und in 4.351 ausgestatteten Zügen eingesetzt.

Diesen Artikel auf Social Media teilen:

Ähnliche Artikel

Lilian Meyer: „Die Produkte von Alstom sind vor allem durch Innovation getrieben!“

Lilian Meyer: „Die Produkte von Alstom sind vor allem durch Innovation getrieben!“

Lilian Meyer ist seit acht Monaten Geschäftsführerin von Alstom Österreich und zieht im Gespräch mit Eisenbahn.Blog eine äußerst positive Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit.
Im Interview spricht Meyer unter anderem über die zentralen Herausforderungen und Chancen der österreichischen Bahnindustrie, den erfolgreichen Aufbau eines diversen Teams und Investitionen in die Zukunft.